April/Mai 06

Gesundheitstipp April 2006

 

Konzentrationsschwächen durch Schadstoffe in Schulen

Frankfurt/Main (dpa) - Schadstoffe in deutschen Klassenzimmern führen nach Ansicht von Experten bei Kindern zu Lern- und Konzentrationsschwächen. Das bestätigte Umweltmediziner Frank Bartram am Rande der BUND-Tagung "Gifte im Klassenzimmer" in Frankfurt.

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Lern- und Konzentrationsschwächen können die Folge von Schadstoffen im Klassenzimmer sein.
"Plötzliche Leistungsknicke und Aufmerksamkeitsdefizite sind häufige Folgen." Häufig auftretende Schadstoffe sind PCBs (Polychlorierte Biphenyle), die nicht nur das Nervensystem schädigen, sondern auch die Schleimhäute und das Immunsystem beeinträchtigen und langfristig Tumore begünstigen.

Die PCB-Anwendung wurde in Deutschland Ende der 70er Jahre beschränkt. Seit 1983 ist die Herstellung vollständig eingestellt, seit 1989 dürfen in Deutschland auch keine PCB-haltigen Stoffe mehr in den Verkehr gebracht werden. Da die meisten Schulgebäude jedoch schon mehr als 20 Jahre alt seien, würden immer wieder Krankheitsfälle auftreten. Schätzungen der Experten auf dem Symposium zufolge sind von der Chemikalie noch 10 000 öffentliche Gebäude betroffen.

Das große Problem bestehe darin, dass der Schadstoff lange existiere, sagte Bartram. "Das sind alles Altlasten. Noch immer ergeben Messungen von Luft und Staub in Räumen sehr hohe Werte. Vor allem der Staub wird dann inhaliert", sagte der 56 Jahre alte Mediziner aus Bayern. Das Immunsystem reagiere mit Grippe ähnlichen Symptomen und Allergien.

Betroffen seien immer mehr junge und alte Menschen. Mäßige Empfindlichkeitsstörungen haben nach Ansicht der Experten rund 50 Prozent der Betroffenen, bei 30 Prozent sind die Symptome bereits chronisch und acht Prozent dadurch arbeitsunfähig. "Diese Patienten fühlen sich schwach, haben Kopf- und Gliederschmerzen und ermüden leicht", sagte Bartram. Leider gebe es keine medikamentöse Behandlung. "Unser Prinzip ist, wenn Schadstoffe erkannt werden, diese zu vermeiden."

Der Mediziner macht jedoch nicht allein PCBs, die auch über die Nahrung aufgenommen werden können, für die Symptome verantwortlich. "Zu 95 Prozent wurden Mischexpositionen diagnostiziert. Auf der Hitliste bei auffälligen Patienten liegen PCBs nur auf Platz elf. Dichlofluanid, das als PCB-Ersatzmittel eingeführt wurde, verursacht schon heute ähnliche Symptome.

Zudem rufen Weichmacher hochgradige Allergien und toxische Reaktionen hervor", sagte Bartram. Die Weichmacher würden sich außerdem auf das Geschlechtshormon Östrogen auswirken. Daher seien er und seine Kollegen gespannt, wie es in 16 Jahren mit der Sexualität der heute geborenen Knaben aussehe.

Panik wolle Bartram dennoch nicht machen. Wichtig sei es, die Behörden aufmerksam zu machen, dass Handlungsbedarf bestehe. Jeder könne selbst etwas zur Vorbeugung unternehmen. "Ich empfehle allen ein kritisches Konsumbewusstsein", sagte Bartram.

Anmerkung von mir: Im Zeitalter von Ritalin und Co. sollte man eine Schadstoffbelastung überprüfen, ehe man Symptome mit weiterer Chemie (eben Ritalin usw.) eindämmt. Liegen solche Belastungen vor, ist durch eine entsprechende Ausleitungstherapie (Entgiftung) und einer Meridianbehandlung (bringt das Energiesystem des Kindes wieder ins Gleichgewicht) ein beachtlicher Erfolg zu erzielen. Auch bei Lernstörungen habe ich damit gute Erfahrungen gemacht.

Zweifellos ist nicht jede Lernstörung und jedes ADS auf Schadstoffe zurückzuführen, doch eine Überprüfung vor Einstellung auf Ritalin ist sinnvoll.