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Gesundheitstipp Februar 2004:
Asthma
Unter Asthma versteht man anfallartig auftretende Atemnot, die durch Verengung der Bronchien und vermehrte Schleimproduktion ausgelöst wird. Ursachen können Allergien gegenüber verschiedenen Substanzen, Infektionen, chemische Reizstoffe oder kalte Luft sein. Während längerer Zeit unbehandeltes Asthma kann zu Herz- oder Lungenkrankheiten führen. Viele Asthmatiker sind dank der heute verfügbaren Medikamente in der Lage, ein Leben ohne erhebliche Einschränkungen zu führen.
Asthma ist die häufigste Kinderkrankheit, wobei Jungen doppelt so häufig betroffen sind wie Mädchen. Allerdings verliert die Hälfte der Kinder die Krankheit wieder. Unter den Erwachsenen dagegen gibt es etwa eineinhalb mal so viele Frauen mit Asthma wie Männer. Obwohl Asthma als nicht heilbar gilt, muss die Krankheit keineswegs einen schwerwiegenden Verlauf mit lebensbedrohlichen Komplikationen nehmen. Das Spektrum der medikamentösen Hilfen ist breit gefächert. Nicht nur mit Sprays und Tabletten kann man der Krankheit Paroli bieten. Dabei ist die frühzeitige Diagnose wichtig. Leider deuten viele Betroffene, aber auch einige Ärzte erste Anzeichen von Asthma falsch. In der Regel vergehen fünf Jahre, bevor die Krankheit erkannt wird. In dieser Zeit hat sich meist ein chronischer Zustand entwickelt.
Für den akuten Anfall sind schulmedizinische Notfallmittel unerlässlich. Es gibt jedoch Maßnahmen und Naturheilmittel, die unterstützend angewendet werden können:
Bewährtes Hausmittel: Kutschersitz & Lippenbremse
Einem Asthmaanfall kann man durch bestimmte Körperhaltungen und Atemübungen vorbeugen. Im Kutschersitz zum Beispiel sind die Beine leicht gespreizt, die Füße stehen ganz auf dem Boden, der Oberkörper ist leicht vornüber gebeugt, die Unterarme werden auf den Oberschenkeln abgestützt. Auf diese Weise lässt sich der Brustkorb vom Gewicht des Schultergürtels entlasten, das Lungenvolumen wächst, es kann tiefer und mehr eingeatmet werden.
Die Lippenbremse ist eine spezielle Atemtechnik die Bronchien entkrampft. Dabei wird ganz normal durch die Nase eingeatmet und dann langsam durch den Mund ausgeatmet. Wichtig ist, dass beim Ausatmen die Lippen leicht zusammengepresst werden, so dass man gegen einen Widerstand ausatmet. Dies bremst die Ausatmungsluft, verlängert die Ausatmungsphase, entkrampft die Bronchien und beruhigt.
Wasser und Salz:
Beim Herannahen eines Anfalls ein Glas Leitungswasser trinken und anschließend eine Prise Salz auf der Zunge zergehen lassen. Dieses einfache aber wirkungsvolle Mittel des Arztes Faridun Batmanghelidj (siehe Literaturangaben) wirkt v.a. bei allergischem Asthma sehr gut.
Etherisches Eukalyptusöl:
Je nach Raumgröße 5-10 Tropfen reines etherisches Eukalyptusöl in einer Schale mit warmen Wasser aufstellen und im Raum verdampfen lassen (nicht bei Allergie gegen Eukalyptus!) Vorbeugend, nicht während des Anfalls!
Kälte:
Bei einem Anfall Kopf aus dem Fenster oder in den Kühlschrank stecken.
Autogenes Training:
Autogenes Training ist relativ leicht zu erlernen und durch die Entspannungsübungen ist es nach einiger Übung möglich, einen drohenden Anfall abwenden. Auch zum Einschlafen ist autogenes Training hervorragend.
Aconitum D 30 als Tropfen:
8 Tropfen in ca. 200 ml Wasser geben, mit einem Plastiklöffel kräftig umrühren und alle 5 Minuten 1 Löffel davon einnehmen. Dies nimmt die Angst und entkrampft. Oft genügen 2-3 Einnahmen, um den Anfall zu stoppen.
Was Sie sonst noch tun können:
- Führen Sie ein (Asthmatagebuch), in das Sie eintragen, in welchen Situationen die Anfälle auftreten. Damit finden Sie Auslöser heraus. Vermeiden Sie Reizstoffe, auf die Sie überempfindlich reagieren.
- Achten Sie auf gesunde Zähne und Nasen-Nebenhöhlen. Infektionen können das Asthma negativ beeinflussen.
- Trinken Sie reichlich Flüssigkeit, um den Schleim dünnflüssiger zu machen.
- Ein Klimawechsel (Nordsee-Luft) kann bei allergischem Asthma hilfreich sein.
- Treiben Sie regelmäßig Ausdauersport. Beginnen Sie jedoch langsam, wenn Sie bisher keinen Sport getrieben haben. Schwimmen und Walking eignen sich gut für Asthmatiker. Durch regelmäßige Belastung gewöhnen sich die Bronchien an die vermehrte Atmung und werden trainiert.
Buchempfehlungen:
Faridun Batmanghelidj: Wasser hilft
Der Autor dokumentiert seine Erfahrungen mit der Heilkraft reinen Wassers und zeigt auf: Unbeabsichtigte Austrocknung des Körpers verursacht zahlreiche schmerzhafte, degenerative Krankheiten. Er erklärt den Zusammenhang zwischen Wassermangel im Körper und Allergien, Asthma oder Lupus. In bekannt engagierter Weise schildert er zum Beispiel: wie man chronische Dehydration im Körper erkennt, wie Kinderasthma sich ohne Medikament verhindern oder heilen lässt, wie man Autoimmunerkrankungen auf natürliche Art behandeln kann. F. Batmanghelidj gibt Antworten auf die häufigsten Fragen zu Asthma und Allergien und zitiert eindrucksvolle Berichte über die natürliche Linderung von Asthma.
Ellen Maushagen-Schnaas: Asthma – beschwerdefrei durch den Alltag
Die Autoren beschreiben die Anatomie der Lunge und erklären, wie Asthma entsteht. Mit einer Übersicht des schulmedizinischen Therapie-Angebots und einer kritischen Auseinandersetzung mit alternativen Behandlungsmethoden sowie Tipps für eine, der Krankheit angepasste Lebensführung. Dazu spezielle Ratschläge für asthmatische Kinder und Schwangere. Das unterhaltsam geschriebene Buch macht asthmakranke Kinder und ihre Eltern mit der Erkrankung vertraut und bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Schwierige Zusammenhänge werden durch zahlreiche farbige Abbildungen für jedes Kind leicht verständlich erklärt.
Karl P. Paul: Asthma bei Kindern. Hilfen für Eltern und Kind
Jedes 10. Kind in Deutschland hat Asthma bronchiale, und die Erkrankungszahlen steigen weiter. Entsprechend wichtig sind für Eltern und Kinder allgemeinverständliche Informationen über die Krankheit, die sie neben dem Gespräch mit Ärzten in Ruhe zu Hause nachlesen können. Verständlich, mit lustigen Bildern für Kinder, erklärt das Buch alles, was sie und ihre Eltern über Asthma wissen müssen.
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