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„Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs“ oder: Wie eine Impfung verkauft wird
In den letzten Wochen wurde ich immer wieder auf die HPV-Impfung angesprochen, so dass ich hier einige Irrtümer in Bezug auf diese Impfung aufklären möchte:
Zunächst einmal ist der Begriff „Gebärmutterhalskrebsimpfung“ nicht nur irreführend, sondern medizinisch falsch. Es gibt keine Impfung gegen Krebs. Krebs ist eine Erkrankung durch entartete Zellen. Impfungen können jedoch nur bei Krankheitserregern wie Viren und Bakterien wirken.
Krebserkrankungen sind keine Infektionskrankheiten und gehören demzufolge nicht in diese Kategorie.
Richtig ist: Die HPV-Impfung ist eine Impfung gegen Humane Papilloma Viren. Sie wirkt präventiv gegen eine Gruppe dieser Viren (Typen 6, 11, 16 und 18). Die Virustypen 16 und 18 sind für ca. 70 Prozent der Gebärmutterhalskrebserkrankungen mitverantwortlich. Derzeit sind mindestens elf weitere Typen bekannt, die diese Krebsart mitverursachen, die jedoch von der Impfung nicht berücksichtigt sind, d. h. gegen diese Virustypen besteht kein Impfschutz.
Die Infektion mit HPV-Viren kommt tatsächlich häufig vor. Die Viren werden in erster Linie durch sexuellen Kontakt übertragen. Ca. 80 Prozent der Menschen ziehen sie sich im Laufe ihres Lebens zu – oft unbemerkt, da das Immunsystem die Viren meistens unschädlich macht, bevor Symptome ausbrechen. Etwa zehn Prozent der Infektionen sind von Symptomen begleitet, die wiederum in ein bis drei Prozent der Fälle Zellveränderungen bewirken. Diese Zellveränderungen lassen sich bei der Krebsvorsorge mit dem Pap-Test gut diagnostizieren und auch behandeln.
Nur bei jeder 100sten Frau, in deren Gebärmutterhals solche Zellveränderungen auftreten, entwickelt sich daraus Krebs. Daher kann die HPV-Infektion nicht alleinige Ursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sein. Als weitere Risikofaktoren gelten: Rauchen, Einnahme der Anti-Baby-Pille, Kinderlosigkeit, geschwächtes Immunsystem und zusätzliche virale Infektionen (z. B. Windpockenviren).
Die Stiko (ständige Impfkommission) empfiehlt, Mädchen ab dem 13. Lebensjahr zu impfen. Es wird suggeriert, der Gebärmutterhalskrebs sei eine sehr häufige Erkrankung. Das ist falsch: Nur 3,16 Prozent aller Krebsneuerkrankungen und nur 1,8 Prozent aller Krebstodesfälle in Deutschland liegt diese Krebsart zugrunde.
Bisher gibt es keine Belege, dass durch die Impfung die Anzahl der Krebserkrankten gesenkt wurde.
Derzeit sind zwei Impfstoffe auf dem Markt: Gardasil und Cervarix. Für einen ausreichenden Schutz gegen die o. g. Virentypen sind drei Impfungen in Serie notwendig. Die Kosten von ingesamt 450 Euro sollen die Krankenkassen übernehmen. Ließen sich alle 13-jährigen Mädchen impfen, beliefen sich die Kosten für unsere Krankenkassen im ersten Jahr auf mehr als eine Milliarde Euro und in den Folgejahren auf etwa 200 Millionen Euro pro Jahr.
Völlig unklar ist dabei, wie lange der Impfschutz vorhält, da die einschlägigen Studien erst seit fünf Jahren laufen.
Davon abgesehen werden in der Studie, die der Impfempfehlung zugrunde liegt, die statistischen Zahlen undifferenziert gedeutet: Gebärmutterhalskrebs wird als die zweithäufigste Krebserkrankung junger Frauen dargestellt (15 bis 44 Jahre); das ist zwar richtig, doch wird verschwiegen, dass diese Krebserkrankung in dieser Altersgruppe dennoch höchst selten ist und eher ältere Frauen davon betroffen sind.
Irreführend ist auch, dass die Impfung als „100 Prozent wirksam“ bezeichnet wird. Tatsächlich ist sie nicht 100 Prozent wirksam gegen Krebs, sondern lediglich gegen die HPV-Viren 6, 11, 16, 18; die elf anderen an Gebärmutterhalskrebs beteiligten Virustypen bleiben unberücksichtigt.
Die Impfung bietet also keineswegs einen kompletten Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs.
Der wirksamste Schutz vor HPV-Viren sind Kondome und ein gesundes Immunsystem. Die wirksamste Maßnahme zur Krebsfrüherkennung ist die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt.
Adressen für weitere Informationen:
Frauen-Gesundheitszentrum München e.V. (www.fgz-muc.de)
Bundesverband der Frauengesundheitszentren (www.frauengesundheitszentren.de)
Ärzte für individuelle Impfentscheidungen e.V (www.individuelle-impfentscheidung.de)
Arbeitskreis Frauengesundheit e.V. (www.akf-info.de)
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