Aktueller Gesundheitstipp Mai 2004

Vorsicht: Zecken! Wie schütze ich mich am besten?

 

In den letzten Jahren haben Erkrankungen, die von Zecken übertragen werden, stark zugenommen. Vor allem die tückische Borreliose, auch Lyme-Borreliose genannt, gegen die kein Impfstoff existiert, quält immer mehr Menschen. 

 

 

Wissenswertes über Zecken

 

Zecken gehören biologisch betrachtet zu den Spinnentieren. Weltweit existieren über 800 Zeckenarten.

Sie entstehen in drei Entwicklungsstadien: Nach dem Schlüpfen der Larve entwickeln sie sich über die noch geschlechtslose Nymphe zur adulten (=erwachsenen) geschlechtsreifen Zecke.  Ihr Lebensraum ist der Erdboden, das Unterholz und sie lebt unter Sträuchern und Gräsern.

 

Zecken verbringen etwa 99 % ihres Lebens mit der Suche nach einem Wirt. Dabei sind sie wahre Hungerkünstler. Sie können bis zu 2 Jahre ohne Nahrung auskommen.

Als Wirt suchen sie sich ein Säugetier oder einen Menschen. Die weiblichen Tiere saugen wesentlich mehr Blut als ihre männlichen Artgenossen.

 

Oft wird fälschlicherweise angenommen, die Zecken würden sich von Bäumen herabfallen lassen. Sie erreichen ihren Wirt vom Boden aus. An ihrem vorderen Beinpar befindet sich ein Sinnesorgan, mit dem sie einen Wirt wahrnehmen können. Es genügt ein Körperkontakt von einer Sekunde, um den Wirt zu erfassen. Deshalb sind Jogger und Spaziergänger besonders gefährdet.

Die Zecke sucht sich bevorzugt eine Stelle, die warm ist mit relativ dünner Haut. 

 

Der Steckapparat der zecken wird Hypostom genannt. Er ist mit Widerhaken versehen. Schon beim Zustechen gibt die Zecke über den Stichkanal Speichel ab, in dem Substanzen enthalten sind, die die Widerhaken fest in der Haut des Wirts verankern. Diese Substanz bewirkt auch eine Betäubung der Haut und verhindert die natürliche Wundreaktion, nämlich Entzündung und Blutgerinnung.

 

Die Zeckensaison beginnt im März und endet im Oktober. Im Winter sind die Tiere nicht aktiv.

 

Übertragung von Krankheiten

 

Die FSME – Erreger werden über den Speichel auf den Menschen übertragen. Das heißt, dass eine infizierte Zecke (nicht jede Zecke überträgt Erreger!) bereits beim ersten Blutkontakt Erreger übertragen kann.

 

Die Erreger der Borreliose hingegen befinden sich im Mastdarm der Zecke. Eine Infektion erfolgt über die Ausscheidungen. Deshalb hat man die größten Chancen sich zu schützen, wenn die Zecke vor der ersten  Ausscheidung, also etwa im Zeitraum von 24 Stunden entfernt.

 

Der beste Schutz besteht im gründlichen Absuchen des Körpers und schnellstmöglcihen Entfernen der Zecke.

 

Wie entferne ich die Zecke am besten?

 

Vergessen Sie alte Hausmittel wie Beträufeln mit Öl, Klebstoff oder gar Abbrennen der Zecke. Diese sorgen nur dafür, dass die Zecke in ihrer Todesangst den Darminhalt in die Stichstelle erbricht und damit auch die Erreger.

 

Die Tiere werden am besten mit einer Pinzette oder den seit einiger Zeit in Apotheken erhältlichen Zeckenkarten entfernt. Der Arzt entfernt die Zecke mit einem Skalpell. Ziel ist, den Körper nicht zu zerquetschen und das komplette Tier zu entfernen.

 

Greifen Sie die Zecke mit der Pinzette oder der Zeckenkarte so nah wie möglich an der Haut. Ziehen Sie sie nun langsam und vorsichtig (das sollte ruhig 60 Sekunden dauern) aus der Haut heraus. Heben Sie sie in einem verschlossenen Gefäß auf, falls eine Infektion auftritt, damit sie in einem Labor auf Erreger untersucht werden kann.

 

Nach dem Entfernen der zecke tragen Sie bitte ein Desinfektionsmittel auf die Wunde auf und wiederholen dies nochmals eine Stunde später.

 

Beobachten Sie die Stelle in den nächsten Wochen auf Rötungen, Entzündungen oder Schmerzen. Sollten in den nächsten vier Wochen grippale Symptome auftreten, suchen Sie bitte sofort einen Arzt auf und veranlassen eine Blutuntersuchung. In diesem Stadium sind die Erkrankungen meist noch gut zu behandeln.

 

In späteren Stadien lassen sich durch Ausleitungsmaßnahmen die Symptome meist deutlich verbessern, eine Ausheilung ist jedoch nur in Einzelfällen möglich.