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Gesunde Ernährung heute
Schon Pfarrer Kneipp sagte: „Das Blut wird gebildet aus den Nährstoffen, die man der Natur dem Körper) gibt. Nur mit gesunden, kräftigen Naturstoffen kann man auch erreichen, dass das Blut gesund wird."
Wie sieht unsere heutige Ernährung aus?
Noch nie gab es eine so große Fülle an Lebensmitteln und ganzjährige Verfügbarkeit aller Speisen. In den Regalen der Supermärkte finden wir Fast Food, Convenience Food und Functional Food, Trends, die aus Amerika zu uns eingewandert sind. In Amerika und Europa kommen jährlich etwa 10000 neue Essprodukte auf den Markt.
In einer schnelllebigen Zeit, in der jeder gestresst ist, müssen Mahlzeiten in einen vollen Terminkalender eingepasst werden und dürfen nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, auch nicht die Zubereitung. Das klassische Essverhalten eines Angestellten sieht oft so aus: Morgens nach dem Aufstehen wird eine Tasse Kaffee getrunken, um munter zu werden, auf dem Weg ins Büro kauft man beim Bäcker ein belegtes Brötchen oder ein Kaffeestückchen, was dort während der Arbeit zur nächsten Tasse Kaffee verzehrt wird.
Das Mittagessen wird in der Kantine eingenommen, wo der Schwerpunkt der Mahlzeiten auf Sättigung liegt oder es wird ausgelassen. Abends kommt man hungrig nach Hause und nimmt ein üppiges Abendbrot mit reichlich Wurst und Käse ein oder schiebt ein Tiefkühlgericht in den Ofen oder die Mikrowelle. Die Werbeindustrie gibt sich auch reichlich Mühe, uns diese Kost schmackhaft zu machen und als gesund zu verkaufen. Der Nährwert und die Vitalstoffe bleiben dabei auf der Strecke.
Folgen
Wozu führt eine Ernährung mit derart denaturierten und wertlosen Zutaten? Sie führt zu Fehlernährung, Vitalstoffmängeln trotz reichlicher Kost und zu Übergewicht und dem, was man als Zivilisationskrankheiten bezeichnet. Heute treten schon bei Kindern einige der Krankheiten auf, die es früher nur bei Senioren gab.
Übergewicht, Diabetes mellitus, Gicht, Fettstoffwechselstörungen, Karies, Osteoporose, Bluthochdruck,Ischämische Herzkrankheiten Gefäßerkrankungen, Chronische Verstopfung (jede 2. Frau über 30 kann nur mit Hilfe von Abführmitteln Stuhlgang erzwingen.)
Wie können wir uns heute gesund ernähren?
Unser Körper braucht regelmäßige Mahlzeiten: Ideal sind – abhängig vom Gesundheitszustand - drei bis fünf Mahlzeiten täglich, Zwischen den einzelnen Mahlzeiten sollten mindestens 3-4 Stunden liegen, da unsere Verdauungsorgane durch eine Mischung von frischer und anverdauter Nahrung irritiert werden..
Das Frühstück sollte uns Energie für unsere Arbeit geben und viel Frischkost enthalten, denn der Vormittag ist für unser Biosystem die beste Zeit für Obst.
Die mediterrane Gepflogenheit, Salat vor der gekochten Mittagsmahlzeit zu essen, ist sinnvoll, da so die Vitamine und Mineralstoffe besser assimiliert werden. Der Hauptanteil sollte aus Gemüse bestehen. Es ist einer der am weit verbreitetsten Irrtümer, zu glauben, dass wir bei unserer radikal reduzierten körperlichen Arbeit die gleichen Mengen Fleisch vertilgen können wie unsere Großeltern.
Die Abendmahlzeit sollte ein leichtes Mahl sein und möglichst am frühen Abend eingenommen werden, sonst leidet der Schlaf.
Kaffee gehört zusammen mit Alkohol und Zucker nicht zur Gruppe der Nahrungsmittel sondern zu den Genussmitteln und sollte auch entsprechend niedrig dosiert sein
Versuch eines Ernährungsmodells für gesunde Nahrung:
1. Alle Rohstoffe müssen frisch und möglichst biologisch erzeugt sein, Fleisch sollte auf 1 x pro Woche reduziert werden.
Je frischer die Nahrungsmittel, desto höher der Gehalt an Vitaminen Bsp. Apfel – Oxidation)
Sie sollten nicht mehr als nötig verarbeitet werden. Jede Form der Verarbeitung bedeutet einen Verlust an Vitalstoffen.
2. Das Angebot richtet sich nach der Jahreszeit
Erdbeeren sollten im Frühjahr, Blattsalatte im Sommer und Herbst und Knollengemüse im Winter gegessen werden. Das ist ein Rhythmus, an den der Organismus seit Jahrhunderten gewöhnt ist und es bekommt uns nicht, wenn wir diese Regel auf den Kopf stellen.
3. Alles wird kurzfristig zubereitet zum Erhalt der Vitamine und Vitalstoffe
Aufgewärmte und warmgehaltene Speisen sind nahezu wertlos, da die Wärme die Speisen zersetzt und die Vitamine zerstört.
4. Die Nahrungsmitteleinheit sollte beachtet werden
Der Mensch war jahrtausendelang an die Nahrungsmitteleinheit gewöhnt: Ein Apfel wurde mit Schale gegessen, das Getreide mit den Randschichten. Natürliche Nahrungsmittel enthalten ein natürliches Gleichgewicht von Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen.
In unsere Ernährung werden die Stoffe durch Ausmahlung oder Raffinierung isoliert (z.B. Weißmehl oder Zucker). Diese isolierten Stoffe sind nicht im Gleichgewicht und überlasten unsere Verdauungsorgane.
5. Gründliches Kauen ist der erste Schritt der Verdauung
Der Amerikaner Horace Fletcher prägte die Forderung, jeden Bissen 33 mal zu kauen (Anm: Würde das jeder machen, würde man kaum zu viel essen). Die Kohlenhydratverdauung beginnt im Mund durch das Enzym Ptyalin. Bei ungenügendem Kauen kommt diese Vorverdauung nicht zustande und die folgenden Verdauungsorgane müssen diese Aufgabe mit übernehmen. Meist kommt es dann zu unangenehmen Gärprozessen oder zu Beschwerden.
6. Atmung, Bewegung und Sonnenlicht fördern die Verdauung und müssen ebenso wie die Mahlzeiten in den Tagesablauf integriert werden.
z.B. benötigt die Umwandlung von Provotamin A in Vitamin A und der Calciumstoffwechsel Vitamin D, das durch Sonneneinwirkung gebildet wird.
7. Wasser
Ein wichtiger Betriebsstoff ist natürlich auch Wasser. Der Mensch benötigt ca. 0,3 l Flüssigkeit pro 10 kg Körpergewicht. Als Flüssigkeit gelten Wasser und Tee und verdünnte Obstsäfte. Alle anderen Getränke gelten als Nahrungs- oder Genussmittel.
8. Bewußt essen
Wenn wir essen, sollten wir essen, nicht lesen und fernsehen dabei, sondern mit allen Sinnen bei der Mahlzeit sein. Auch das hilft uns, wieder ein natürliches Sättigungsgefühl wahrzunehmen. Hie sei auch ein kleines Plädoyer für das Tischgebet eingefügt: Ein kurzer Dank vor dem Essen stimmt uns auf die Mahlzeit ein und bereitet uns mental auf das Essen vor.
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