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Säurebelastung im menschlichen Organismus
Menschen in den Industrienationen verfügen über ein riesiges Nahrungsangebot. Wir können unabhängig von den Jahreszeiten fast jedes Nahrungsmittel zu jeder Zeit bekommen. Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch, Getreideprodukte werden in vielfältigster Weise in den Supermärkten angeboten. Dennoch ist das Thema der Ernährung so aktuell wie nie zuvor. Wie ernähren wir uns gesund? Wie decken wir unseren Nahrungsbedarf ohne überernährt zu sein? Was bedeutet ausgewogene Ernährung? Viele Fragen auf die es verschiedene Antworten gibt.
Allgemeines
Der menschliche Organismus benötigt Energie. Die körpereigenen Zellen können Energie aus der Nahrung gewinnen. Diese Energie ist notwendig, um laufen, sprechen, denken, wachsen, regenerieren, verdauen, ausscheiden… zu können. Letztlich müssen alle Organe und Muskeln mit Energie versorgt werden, damit sie so arbeiten können, wie sie sollen. Energie entsteht im zellulären Stoffwechsel aus der Nahrung die wir essen. Hierbei spielen insbesondere Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße eine Rolle. Der Sauerstoff, den wir atmen, ist bei der Energiegewinnung ebenfalls von entscheidender Wichtigkeit. Ist ausreichend Sauerstoff vorhanden, so kann aus der gleichen Nahrungsmenge 18mal mehr Energie gewonnen werden.
Neben Energie entstehen aber auch sogenannte Stoffwechselendprodukte. Dies sind Stoffe, die vom Körper nicht weiter verwendet werden können und von daher über den Darm, die Niere, die Haut oder die Lunge ausgeschieden werden müssen. Man kann sie als Stoffwechselabfälle betrachten. Viele dieser Abfallprodukte sind sauer und müssen auf dem Weg zum Ausscheidungsorgan neutralisiert werden. Versuchen Zellen bei Sauerstoffmangel Energie zu gewinnen, entstehen z. B. besonders viele saure Abfallprodukte. Bemerkbar wird dies z. B. beim Muskelkrampf. Hier musste ein Muskel arbeiten und dazu Energie gewinnen, hatte jedoch nicht genügend Sauerstoff zur Verfügung. In Sportstudios werden nicht umsonst Trainingseinheiten im aeroben Bereich empfohlen (aerob bedeutet, dass die Zellen genügend Sauerstoff bekommen).
Der menschliche Organismus benötigt außerdem Vitamine und Mineralien. Mineralien können vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Sie müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Sie sind in allen Geweben und Zellen vorhanden und werden dort für vielfältige Stoffwechselprozesse benötigt. Basische Mineralsalze spielen bei der Neutralisation von Säuren eine wichtige Rolle. Besonders große Mengen an Mineralien finden sich im Knochen. Calcium z. B. macht 2% unseres Körpergewichtes aus, wovon 99% im Knochen liegt.
Der pH-Wert ist eine Meßgröße für das Säure-Base-Verhältnis in einer Flüssigkeit. Das Blut im menschlichen Organismus hat einen leicht basischen pH-Wert. Dies ist wichtig, damit der Körper optimal funktionieren kann. Damit der pH-Wert des Blutes konstant gehalten wird, verfügt es über sogenannte Puffersubstanzen. Diese bewirken, dass sich der pH-Wert des Blutes nicht sofort ändert, sobald Säuren ins Blut abgegeben werden. Mithilfe der Puffersubstanzen können überschüssige Säuren und Basen ausgeglichen (neutralisiert) und der pH-Wert konstant gehalten werden. Über das Blut gelangen saure Stoffwechselabfälle zu den Ausscheidungsorganen. Kohlensäure wird z. B. als Kohlendioxid über die Lungen abgeatmet. Andere Säuren werden über die Nieren eliminiert und mit dem Urin ausgeschieden.
Säureüberlastung - Wodurch kann Sie entstehen?
Die Säureüberlastung um die es hier geht, entsteht nicht plötzlich. Es handelt sich um einen schleichenden – manchmal über Jahre andauernden Prozess.
Ernährungsgewohnheiten, die aus mehr als 25% säurebildenden Nahrungsmitteln (Fleisch, Fisch, Käse, Wurst etc) bestehen, sind bei den meisten Menschen der Industrienationen leider weit verbreitet. Damit wird eine Säurebelastung ebenso wie ein Mineralstoffmangel des Organismus forciert. Der Fleischkonsum ist zu hoch. Anders ausgedrückt, bedeutet es: Der Obst und Gemüsekonsum ist viel zu niedrig. (Obst und Gemüse gehören zu den basenbildenden Nahrungsmitteln). Der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, 5mal am Tag Obst und/oder Gemüse zu verzehren, folgen nur die wenigsten. Ein Teufelskreis beginnt: Anfallende Säuren müssen durch basische Mineralsalze neutralisiert werden. Mineralsalze fehlen, der Organismus übersäuert.
Auf der Suche nach Entstehungsursachen einer Säureüberlastung muss man neben der Ernährung auch die Atmung sowie die Ausscheidung betrachten. Mangelnde Bewegung an der frischen Luft behindert die optimale Versorgung mit Sauerstoff. Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr behindert eine optimale Ausscheidung über Niere aber auch über die Haut (schwitzen). Eine gestörte Darmfunktion bzw. Darmflora beeinflusst ebenfalls den Säure-Base-Haushalt. Eventuell vorkommende Fäulnisprodukte können z. B. ebenfalls säuernd auf den Organismus wirken. Menschen, die aufgrund von schwerwiegenden Erkrankungen Probleme mit der Nährstoffaufnahme im Magen-Darm-Trakt, dem zellulären Stoffwechsel, der Atmung oder der Ausscheidung haben, sollten sich auf jeden Fall mit einem Therapeuten hinsichtlich der Säurebelastungsthematik beraten. Bei Störungen der Darmfunktion bzw. Darmflora sollte ebenfalls ein Therapeut zu Rate gezogen werden, um die genaue Vorgehensweise zu besprechen. Die Regeneration der Darmflora und der Ausgleich eventueller Störungen sollte mit dem Erreichen der Säure-Base-Balance Hand in Hand gehen. Weitere negative Einflüsse auf den Säure-Base-Haushalt nehmen Stress, Entzündungsprozesse sowie Medikamente, wenn diese vor der Ausscheidung aus dem Körper in Säuren umgewandelt werden. Zusammenfassung der negativen Einflüsse auf den Säure-Basen-Haushalt:
- zuviel säurebildende Nahrung (u.a. Fleisch, Fisch, Käse, Wurst...)
- zuwenig basenbildende Nahrung (u.a. Obst, Gemüse, Kartoffeln...)
- zuwenig Mineralien (u.a. Vollkornprodukte, Nüsse, Gemüse, Obst, Käse...)
- zuwenig Bewegung
- zuwenig frische Luft
- zuviel Stress
Säureüberlastung - Wie kann man sie feststellen?
Im einfachsten Fall können Sie Ihren persönlichen Säure-Basen-Status feststellen, indem Sie den pH-Wert Ihres Urins messen. Geeignete Teststäbchen erhalten Sie von Ihrem Therapeuten oder über die Apotheke. Achten Sie darauf, dass der pH-Bereich von 5,0 bis 8,0 abgedeckt wird. Am besten messen Sie anfangs mehrere Tage lang bei jedem Toilettengang den pH-Wert und notieren Uhrzeit und pH-Wert. Machen Sie sich ebenfalls Notizen über das, was sie essen und trinken. Tragen Sie dann die Werte in ein Diagramm ein. Im Idealfall sollten die pH-Werte im Tagesverlauf Schwankungen aufzeigen (s. Abbildung) und es sollten pH-Werte dabei sein, die oberhalb von pH 7 liegen (pH 7 ist der neutrale pH-Wert). Nicht alle pH-Werte eines Tagesverlaufes müssen immer oberhalb von pH 7 liegen, denn auch das kann ein Hinweis auf eine Regulationsstarre sein. Weicht Ihr persönliches Tagesprofil mehrmals stark von der in der Abbildung angedeuteten „Traumkurve“ ab oder liegen Ihre Ergebnisse grundsätzlich außerhalb der Schwankungsbereiche der optimalen Werte zwischen 5,0 und 8,0, sollten Sie sich angespornt fühlen, etwas zu ändern. Sie werden sehen, es ist leichter, als Sie vielleicht im Moment glauben!
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